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Über Berlin

Es gibt viele Plätze in Berlin von wo man den Ausblick über die Stadt geniessen kann, jedoch sind die bekanntesten davon entweder überteuert oder mit Touristen überfüllt, die sich um den besten Platz zum Ausschau drängen. Selbstverständlich wenn man die Stadt zum ersten mal besucht, steht in jedem Reiseführer, dass man unbedingt auf den Fernsehturm steigen muss, um sich über die Weitsicht zu erfreuen. Die Einheimischen überlassen dagegen diese Attraktionen den Besuchern der Stadt und ziehen am Wochenende etwas weiter raus, von wo man man auch sehr ruhig und idyllisch über die urbane Hektik blicken kann: die Rede ist vom Teufelsberg...

Was ist Teufelsberg?

Die erste Frage von diejenigen, die sich etwas mit der Entstehungsgeschichte von Berlin und seiner Namesgebung auskennen, lautet: Ein Berg!? Woher plötzlich ein Berg!? Ist auch verständlich, denn alleine schon der Name Berlin bedeutet laut einer der Theorie aus dem slawischen übersetzt nichts anderes als "Stadt am Sumpf". Doch selbst hier gibt es paar Hügel, die man stolz Berge nennt, auch wenn sie nicht unbedingt des natürlichen Ursprunges sind. So ist es auch mit dem Teufelsberg, dessen Neman von dem nahe gelegenen Teufelssee kommt, denn unter diesem nach der Neuvermessung 120,1 Meter hohen Berg liegen ca. 25 Mio. Kubikmeter Trümmerschutt. Doch was hat der Teufelsberg außer der düsteren Enstehungsgeschichte noch zu bitten?

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Spaziergang durch Grünewald

Wenn jemand etwas Zeit mit sich mitbringt, der nimmt nicht den schnellsten und einfachsten Weg über die asphaltierte Straße, die direkt zum Teufelsberg führt, sondern einen kleinen Umweg über ein Stück Wald. Diese Route ist zwar etwas umständlicher, weil es keinen ausgeschilderten Weg durch den Wald gibt, aber sie lohnt sich auf jeden Fall. Keine Panik, man verliert sich nicht so schnell im Grünewald und wenn doch, dann trifft man dort relativ rasch auf die spazierende Familien, Hundeliebhaber, Jogger oder Mountainbiker, die man nach dem Ausweg fragen kann. Aufm Weg durch den Wald kann man zum Teil unberührte Natur geniessen, die Stille belauschen und frische Luft schnappen, man muss nur auf's Neue bereit sein und mit offenen Augen durch Naturreich laufen.

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Ehemalige Flugüberwachungs- und Abhörstation der CIA

Schon aus der Weite sieht man wie pompös sich die ehemaligen Abhörstation erhebt. Als Zeitzeuge des Kalten Krieges steht das verlassenes Gelände heute noch leer und wartet auf seine vernünftige Nutzung; denn nachdem die Pläne zu einem Umbau in die Luxus-Wohnungen wieder verworfen wurden, steht das Anwesen leer als wäre es durch die düstere Vergangenheit verflucht und verfällt mit der Zeit. Die verfetzte Verkleidung des Turmes macht den Ort gespensterisch und schafft passendes Ambiente für die Führungen, die dort vor einiger Zeit jeden Sonntag stattgefunden haben.

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Drachenberg

Und zuallerletz sollte man den benachbarten Drachenberg besteigen, um die Panorama über den Westen Berlins zu erblicken. Dort trifft man bei günstigen Windverhältnissen auf zahlreiche Drachensteiger und Gleitschirmflieger, Photographen, die die Abhörstation aus dem besten Blickwinkel festzuhalten versuchen, junge Familien, die dort einen Ball rollen lassen und Studentenpärchen, die einen den besten Aussichten über Berlin und seine Umgebung geniessen.

Bis bald,

Hilli